2.1. Voraussetzungen

Für die Installation eines LiveConfig-Servers benötigen Sie:

  • root-Zugriff auf den zu installierenden Server (über Konsole oder SSH)

  • etwa 30 MB freien Speicherplatz

  • einen aktuellen Web-Browser

Es werden keine besonderen Softwarepakete benötigt, insbesondere kein PHP, Apache httpd oder MySQL. LiveConfig nutzt lediglich die standardmäßig installierten C-Bibliotheken (libc).

Achten Sie bitte auch auf folgende allgemeine Voraussetzungen:

  • Korrekte Uhrzeit: die Uhrzeit auf dem Server muss korrekt eingestellt sein, da es sonst zu Problemen insbesondere bei SSL-Verbindungen, beim Mailversand/-Empfang oder mit der Gültigkeit von LiveConfig-Lizenzen kommen kann. Am besten installieren Sie das Paket ntp (zur automatischen Aktualisierung der Uhrzeit über das Network Time Protocol).

  • Gültiger Hostname & Reverse-DNS: der Server muss einen korrekten Hostnamen besitzen. Mit dem Befehl hostname -f wird der vollständige (qualifizierte) Name angezeigt; dieser sollte aus einem Rechnernamen und einem Domainnamen bestehen.

    Beispiel: für einen Webserver mit dem Namen www.example.org sollte in der Datei /etc/hostname lediglich www eingetragen sein; in /etc/hosts sollte ein Eintrag in der Form <IP-Adresse> <vollständiger Name> <Kurzname> stehen, in diesem Fall also z.B. 12.34.56.78 www.example.org www. Wenn alles richtig konfiguriert ist, liefert der Befehl hostname lediglich www zurück, der Befehl hostname -f dann www.example.org.

    Einen korrekten Reverse-DNS-Namen brauchen Sie vor allem dann, wenn Sie mit dem Server auch E-Mails versenden möchten. Viele Mailserver prüfen standardmäßig, ob der Name des einlieferndes Mailservers mit dessen Reverse-DNS-Namen übereinstimmt.

Falls der zu installierende Server von einer vorgeschalteten Firewall geschützt wird, müssen folgende Ports für eingehende Verbindungen freigegeben werden:

  • TCP Port 8443 (für HTTPS-Zugriff)

  • Optional: TCP Port 788 (falls sich LiveConfig-Clients mit diesem Server verbinden sollen)

  • Optional: TCP Port 8080 (falls Sie auch einen unverschlüsselten Zugriff via HTTP erlauben möchten)

Die Port-Einstellungen können über die Konfigurationsdatei beliebig geändert werden (siehe Abschnitt 2.4.3, „HTTP-Protokoll-Einstellungen“ und Abschnitt 2.4.4, „ LCCP-Protokoll-Einstellungen “).

Außerdem müssen folgende ausgehenden Verbindungen möglich sein:

  • TCP Port 443 (HTTPS) zum Lizenzserver (license.liveconfig.com)

  • Optional: TCP Port 443 (HTTPS) zum Update-Server (update.liveconfig.com) zur Installation von Web-Anwendungen, sowie Port 80 (HTTP) zu den Downloadservern der jeweiligen Anwendungen

Damit der Speicherplatz für die einzelnen Webspaces begrenzt werden kann, muss das Quota-System eingerichtet werden. Installieren Sie hierzu das Paket quota und aktivieren für das unter /var/www/ (bzw. bei OpenSUSE /srv/www/) gemountete Dateisystem die Gruppen-Quotas.

Ob das Gruppen-Quota erfolgreich aktiviert ist, können Sie mit dem Befehl repquoa -ag prüfen:

#> repquota -ag
*** Report for group quotas on device /dev/disk/by-uuid/[...]
Block grace time: 7days; Inode grace time: 7days
                        Block limits                File limits
Group           used    soft    hard  grace    used  soft  hard  grace
----------------------------------------------------------------------
root      -- 1203900       0       0          51406     0     0
[...]

LiveConfig funktioniert auch ohne Quota-System, allerdings können dann keine Webspace-Limits eingerichtet sowie keine Informationen über die Anzahl und Größe der von einem Kunden belegten Dateien angezeigt werden.