5.3. E-Mail

5.3.1. Autokonfiguration (Autodiscovery)

LiveConfig unterstützt die Autokonfigurations-Protokolle von Mozilla Thunderbird und Microsoft Outlook (ab Version 2007). Damit muss ein Benutzer zur Einrichtung seines E-Mail-Accounts lediglich seine Mailadresse und -Passwort eingeben - alle restlichen Einstellungen (Mailserver, Verschlüsselung etc.) findet das E-Mail-Programm dann automatisch heraus.

Eine ausführliche Anleitung finden Sie in der Wissensdatenbank unter Artikel Nr. 13.

5.3.2. Quota-Warnung

Damit E-Mail-Benutzer eine Information darüber erhalten wenn der Speicherplatz ihres Postfachs aufgebraucht ist, versendet LiveConfig automatisch eine entsprechende Warnmeldung sobald das Postfach zu 80% bzw. zu 95% gefüllt ist. Diese Mail wird auch dann dem Postfach zugestellt, falls dieses komplett voll ist.

Als Vorlage für diese Warnmeldung dient die Datei /etc/liveconfig/mailquota.txt. Folgende Ersetzungen werden dabei vorgenommen:

Platzhalter Ersetzung
%USER% E-Mail-Adresse des betroffenen Postfachs
%DATE% aktuelles Datum/Uhrzeit (RFC822-konform)
%PERCENT% überschrittener Füllstand (80 oder 95)

Die Warnmeldung wird nur bei erstmaliger Überschreitung der jeweiligen Schwelle (80% bzw. 95%) versendet. Wird der Füllstand von 80% wieder unterschritten, erfolgt keine Benachrichtigung. Wird der Füllstand von 80/95% danach wieder irgendwann erreicht, erfolgt wieder eine Benachrichtigung.

Sie haben die Möglichkeit, eigene Einstellungen in den Postfix-Konfigurationdateien main.cf und master.cf aufzunehmen. Für Änderungen in der main.cf erstellen Sie hierzu eine Tabelle namens postfix.LOCALCONFIG in der custom.lua.

Beispiel:

postfix.LOCALCONFIG = {
  ["authorized_mailq_users"] = "root, nrpe, $mail_owner"
}

Für Änderungen in master.cf erstellen Sie eine Tabelle namens postfix.LOCALMASTER. Diese Tabelle ist zweidimensional - die Schlüssel der ersten Ebene beschreiben den Service, die der zweiten Ebene den Typ (z.B. fifo, inet oder unix). Um einen Service oder einen Typ hinzuzufügen oder eine bestehende Konfiguration zu überschreiben, definieren Sie diesen vollständig. Um einen Service oder einen einzelnen Typ zu löschen, setzen Sie diesen auf einen leeren String. Die Einstellungen eines Servicetyps werden als einfaches Array übergeben (private, unpriv, chroot, wakeup, maxproc, command), optionale Parameter werden als separates Array übergeben.

Im nachfolgenden Beispiel wird für den Service smtp die Konfiguration der Typen unix und inet komplett überschrieben, der Service submission wird gelöscht, und beim Service virtual wird nur der Typ unix gelöscht:

postfix.LOCALMASTER = {
  ["smtp"] = { ["unix"] = { "-", "-", "n", "-", "-", "smtp", {
                 "-o inet_protocols=ipv4",
                 "-o inet_interfaces=all"
               } },
               ["inet"] = { "n", "-", "n", "-", "-", "smtpd", { } }
             },
  ["submission"] = "",
  ["virtual"] = { ["unix"] = "" }
}

Anschließend müssen Sie LiveConfig neu starten (damit die custom.lua neu eingelesen wird) sowie unter Serververwaltung - E-Mail die Postfix-Einstellungen erneut speichern. Die Werte aus der postfix.LOCALCONFIG- bzw. postfix.LOCALMASTER-Tabelle überschreiben dabei ggf. auch von LiveConfig generierte Einstellungen.

Komplett eigene Konfiguration verwenden: wenn Sie eine komplett eigene Postfix-Konfiguration verwenden möchten (bzw. wenn also LiveConfig die master.cf und main.cf nicht überschreiben soll), dann nehmen Sie in die custom.lua folgende Anweisung auf:

postfix.NOUPDATE = true

Die Tabellen (virtual_alias, virtual_domains etc.) werden trotzdem weiter durch LiveConfig aktualisiert.

Um eigene Optionen in die Dovecot-Konfiguration aufzunehmen, erstellen Sie eine Datei namens /etc/dovecot/dovecot.local.conf. Anschließend speichern Sie im LiveConfig in der Dovecot-Verwaltung die Einstellungen noch mal neu ab. LiveConfig erzeugt somit die dovecot.conf neu und nimmt die dovecot.local.conf per include-Anweisung auf.